Die Bundesregierung hat am 23.6. die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Als zuverlässige Energiepartner an Ihrer Seite bereiten wir uns in der aktuellen Situation vorsorglich auf viele denkbare Szenarien vor. 

Was bedeutet das für Sie als Kunde?

Der Notfallplan Gas beinhaltet drei Eskalationsstufen und erst wenn die allerletzte Eskalationsstufe, die sogenannte Notfallstufe, erreicht ist, kann die Erdgasversorgung reduziert oder unterbrochen werden. Haushaltskunden, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Gaskraftwerke unterliegen dabei einem besonderen Schutz. Als Privatkunde müssen Sie daher nichts unternehmen.

Zusätzlich ist die Gasversorgung laut Bundesnetzagentur aufgrund der gespeicherten Vorräte und anderer Faktoren für die kommenden Monate sichergestellt, wie auch die Tagesschau berichtet. Selbst für den Fall, dass die Bundesregierung die Notfallstufe ausrufen muss, ist es gemäß Experten äußerst unwahrscheinlich, dass Haushaltskunden im kommenden Winter kein Gas zur Verfügung gestellt wird.

Die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt wird in den Medien oft als "historisch" bezeichnet. Das heißt, dass es sie in dieser Form bisher noch nie gegeben hat. Auch für die gesamte Energiebranche ist diese Situation sehr herausfordernd. 

Für uns heißt das vor allem, dass die Energiepreise an den Märkten tageweise oft sehr schwanken und die Beschaffung deutlich teurer geworden ist. Aber was bedeutet die Situation konkret für Sie als Verbraucher? Und wie konnte es zur aktuellen Preisentwicklung kommen? Wir geben Ihnen einen kompakten Überblick über die Hintergründe und erklären Ihnen, warum Privathaushalte in dieser Ausnahmesituation besonderen Schutz genießen und es sich gegebenenfalls empfiehlt, jetzt den Abschlag anzupassen.

Wir versichern Ihnen, dass wir auch in dieser angespannten Situation auf dem Energiemarkt alles tun, um Ihnen weiterhin als stabiler und verlässlicher Energiepartner zur Seite stehen zu können.

 

Wie kam es zu dieser Ausnahmesituation?

Anstieg der Energiemarktpreise seit Herbst 2021

Wir befinden uns derzeit in einer energiewirtschaftlich herausfordernden Zeit. Die beispiellose Entwicklung am Energiemarkt nahm bereits im vergangenen Herbst ihren Anfang, als die Beschaffungspreise für Gas merklich anzogen. Die weltweite konjunkturelle Erholung hatte die Nachfrage nach Gas angekurbelt. Zusätzlich stieg die Nachfrage – wie vor jedem Winter – aufgrund der Witterung. Dazu kam, dass die Steigerung der Gaspreise auch Auswirkungen auf die Beschaffungskosten für Strom hatte, sodass letztlich auch die Strompreise anzogen. Schon im letzten Jahr standen wir alle also vor einer außergewöhnlichen Marktsituation, die sich Anfang 2022 aber auch zunächst wieder etwas beruhigt hatte. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine spitzte sich die Marktlage jedoch wieder deutlich zu, so dass die Preise für Gas im März 2022 einen historischen Höchststand erreichten. Der Großhandelspreis für Strom hat sich zuletzt laut BDEW im Vorjahresvergleich teilweise vervierfacht, während sich der Preis für Gas teilweise verfünffacht hat.

Besondere Herausforderungen für Grund- und Ersatzversorger

Einige unserer Wettbewerber auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt waren auf eine solche Unbeständigkeit der Energiepreise nicht eingestellt. Insbesondere sogenannte Discounter-Anbieter, die ihren Energiebedarf eher kurzfristig am Markt einkaufen und auf Niedrigpreise setzen, waren durch die plötzlichen Preisexplosionen überrascht worden. Vereinzelte Anbieter gingen daher insolvent oder stellten ihre Belieferung ein. Tausende Privathaushalte fielen deshalb in die sogenannte Ersatzversorgung.

Diese Ersatzversorgung gewährleisten die örtlichen Grundversorger wie auch wir von der OIE in vielen Regionen Deutschlands. Als stabiler und zuverlässiger Energieversorger rechnen wir natürlich immer damit, dass wir sehr kurzfristig Haushalte, die in die Ersatzversorgung fallen, mit Energie beliefern und halten entsprechende Mengen an langfristig beschaffter Energie vor. Mit den zahlreichen Insolvenzen und Liefereinstellungen des vergangenen Jahres kamen aber überdurchschnittlich viele neue Kunden zu uns, für die wir sehr kurzfristig die erforderlichen Energiemengen zu den aktuellen Preisen an der Börse am sogenannten Spotmarkt erwerben mussten.

Die OIE beschafft den Großteil der Energiemengen für seine Kunden normalerweise und größtenteils sehr langfristig für die nächsten zwei bis vier Jahre im Voraus, um Kundinnen und Kunden stabile Preise zu garantieren und kurzfristige Schwankungen auf dem Markt auszugleichen. Dadurch konnten wir lange die bereits im Herbst einsetzende Ausnahmesituation am Energiemarkt für unsere Kunden abfedern und die Auswirkungen auf Bestandskunden geringhalten. Um unseren Kundinnen und Kunden in der beschriebenen Situation deutschlandweit weiterhin als zuverlässiger Energieanbieter zur Seite stehen zu können, ist es uns inzwischen aber nicht mehr komplett möglich, die Marktsituation von unseren Kundinnen und Kunden fernzuhalten und wir können Preisanpassungen für Kundinnen und Kunden der Grundversorgung auch nicht gänzlich vermeiden.

 

Wer hat Einfluss auf die Energiepreise?

Auf dem Energiemarkt gibt es viele Akteure – und tatsächlich haben davon nur einige einen wirklichen Einfluss auf die Energiepreise. Haben Sie sich schon mal gefragt, wie der Strom in Ihre Steckdose kommt? Die Vermutung liegt nahe, dass der Energieversorger, mit dem Sie einen Vertrag abschließen, dafür zuständig ist. Dem ist aber nicht so: Energieerzeugung, -beschaffung und -transport werden von unterschiedlichen Unternehmen am Energiemarkt übernommen. Tatsächlich sind die Marktzusammenhänge weit komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.

Die OIE beispielsweise übernimmt für Sie als Energieversorger die Beschaffung an den Energiemärkten, erzeugt aber keine Energie in größerem Umfang selbst. Dabei sind wir zwar ein großer Energieversorger, dennoch machen die von der OIE erworbenen Energiemengen aber nur einen Bruchteil der an den Großhandelsmärkten gehandelten Mengen aus und wir haben keinen Einfluss auf den Beschaffungspreis. Natürlich versuchen wir aber im Sinne unserer Kunden, Energie zu einem guten Preisniveau einzukaufen.

In Deutschland kommt dann noch hinzu, dass ein Großteil des Energiepreises aus Steuern, Abgaben und Netzentgelten besteht.

Preiszusammensetzung für Strom in Deutschland im Jahr 2021

Datenquelle: Strompreisanalyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., Januar 2022.

Preiszusammensetzung für Gas in Deutschland im Jahr 2021

Datenquelle: Gaspreisanalyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., Januar 2022.

Im vergangenen Jahr wurden 62 % des Strompreises durch Steuern, Abgaben und regulierte Netzentgelte bestimmt. Bei Gas lag der Wert bei 39 %. Vor dem Anstieg der Beschaffungspreise waren diese Werte bei Strom und Gas sogar noch höher. Bei Strom lag der Wert im Vorjahr bei 76 %, bei Gas belief sich der Wert auf 55 %. Ein bedeutender Anteil der Energiepreise geht also auf staatliche Abgaben und Umlagen zurück.

 

Staatliche Entlastungsmaßnahmen zugunsten von Verbrauchern

Aussetzen der EEG-Umlage

Die Politik nutzt ihren Einfluss auch bereits und setzt erste Maßnahmen um, die Verbraucher entlasten sollen. Ab dem 1. Juli 2022 wird die gesetzliche EEG-Umlage auf 0 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Wir berücksichtigen die Ersparnis von 3,723 Cent pro kWh (netto) automatisch in der nächsten Stromrechnung. Um eine verbrauchsgenaue Abrechnung zu erhalten, erfassen Sie gern zum 1. Juli 2022 Ihren Zählerstand. Falls Sie uns den Zählerstand nicht mitteilen, errechnen wir einen Schätzwert Ihres Zählerstands auf Basis Ihres bisherigen Verbrauchs. Sie müssen sich sonst um nichts kümmern.

Die Aussetzung der EEG-Umlage wird für eine Entspannung aber leider nicht ausreichen. Aus Sicht von E.ON und der Energiebranche wäre eine weitere Senkung von Steuern und Abgaben auf Energie eine einfache und effiziente zusätzliche Maßnahme zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Genauere Informationen zum Entlastungspaket  für Verbraucherinnen und Verbraucher aus dem März 2022 finden Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Einmaliger Heizkostenzuschuss

Der starke Anstieg der Energiekosten hat vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen getroffen. Der Bund unterstützt insbesondere Bezieherinnen und Bezieher von Wohngeld. Außerdem sollen Studierende mit BAföG sowie Auszubildende mit Berufs­ausbildungs­beihilfe profitieren, die nicht mehr bei den Eltern wohnen. Darüber hinaus sollen rund 75000 Aufstiegsgeförderte mit Unterhalts­zuschuss die Förderung erhalten.  

Die Höhe der Wärmeförderung richtet sich dabei nach der Haushaltsgröße der Wohngeldhaushalte:

  • eine Person erhält 270 Euro
  • zwei Personen erhalten 350 Euro
  • für jede weitere Person werden 70 Euro bezuschusst

Die Wärmeförderung erhalten alle Berechtigten automatisch, also ohne gesonderten Antrag. Das Gesetz wurde zum 01. Juni 2022 vom Bundestag verabschiedet, die Überweisung der Zuschüsse erfolgt ab Sommer, wenn in der Regel Heiz- und Nebenkosten bezahlt werden. Genaue Auszahlungstermine sind derzeit nicht bekannt.

Weitere Informationen zum Heizkostenzuschuss finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.

 

Notfallplan Gas: Sind Haushalte besonders geschützt?

Als Privatperson, die für ihren Haushalt Energie bezieht, sind Sie in der Bundesrepublik Deutschland immer besonders geschützt. Die gesetzlich zugesicherte Grund- und Ersatzversorgung legt fest, dass sich immer ein Unternehmen um Ihre Versorgung mit Energie kümmert, auch wenn Sie keinen gesonderten Vertrag mit einem Energieversorger abschließen. Das bedeutet, dass die Energie für Ihren Haushalt nicht einfach abgestellt wird, wenn beispielsweise Ihr Anbieter die Belieferung einstellt oder Sie umziehen und noch keinen neuen Vertrag abgeschlossen haben. Ihr Schutz als Privatperson geht aber sogar noch weiter: Selbst wenn es zu einer Knappheit von Gas käme, hat der Gesetzgeber einen genauen Notfallplan erarbeitet, der Haushaltskunden besonders schützt.

Diesen Notfallplan hat die Bundesregierung nun auch bereits in Anspruch genommen und am 30. März 2022 die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen, gefolgt von der Ausrufung der Alarmstufe am 23. Juni 2022.

Was bedeutet das für Sie als Energieverbraucher?

Der Notfallplan Gas beinhaltet drei Eskalationsstufen und erst wenn die allerletzte Eskalationsstufe, die sogenannte Notfallstufe, erreicht ist, kann die Erdgasversorgung reduziert oder unterbrochen werden. Haushaltskunden, soziale Einrichtungen (wie z. B. Krankenhäuser) und Gaskraftwerke unterliegen dabei einem besonderen Schutz.

Trotz angespannter Lage müssen sich Haushaltskunden daher zum heutigen Zeitpunkt nach wie vor keine Sorgen um ihre Gasversorgung machen. Bundeswirtschaftsminister Habeck betonte, dass die Versorgungssicherheit aktuell gewährleistet, Gas aber von nun an ein knappes Gut in Deutschland sei.

 

Und jetzt? Abschlag und Zählerstand erfassen

Sie möchten Ihren Abschlag ändern? Dies können Sie einfach telefonisch oder über unser Formular erledigen. So vermeiden Sie eventuelle Nachzahlungen bei Ihrer Energierechnung und können sich gegebenenfalls sogar über eine Rückzahlung freuen.

Um Ihren Abschlag zu ändern, lesen Sie Ihren Zählerstand ab und rufen unseren Kundenservice an. Wir prüfen für Sie gerne, ob Ihr Abschlag noch zu Ihrem Verbrauch passt. Unseren Kundenservice erreichen Sie von Montag bis Sonntag unter der 0800 8888 876.

Alternativ können Sie gerne das Formular nutzen.

Abschlag anpassen

Sie möchten Ihren Abschlag ändern? Dies können Sie einfach telefonisch oder über unser Formular erledigen. So vermeiden Sie eventuelle Nachzahlungen bei Ihrer Energierechnung und können sich gegebenenfalls sogar über eine Rückzahlung freuen.

Um Ihren Abschlag zu ändern, lesen Sie Ihren Zählerstand ab und rufen unseren Kundenservice an. Wir prüfen für Sie gerne, ob Ihr Abschlag noch zu Ihrem Verbrauch passt. Unseren Kundenservice erreichen Sie von Montag bis Sonntag unter der 0800 8888 876.

Alternativ können Sie gerne das Formular nutzen.

Zählerstand online erfassen

Was Sie gerne tun können: Teilen Sie uns am 31. Mai Ihren Zählerstand mit, dann erhalten Sie eine verbrauchsgenaue Abrechnung. Falls Sie uns den Zählerstand nicht mitteilen, errechnen wir einen Zählerstand auf Basis Ihres bisherigen Verbrauchs.

Den Zählerstand können Sie ganz bequem online erfassen.