Asphaltsurfer – Geschichte des Skateboards
Wie so viele große Erfindungen wurde auch das Skateboard aus der Not geboren: Weil selbst in der Heimat der Beach Boys die Wellen nicht immer hoch genug sind, kamen kalifornische Surfer Ende der 1950er-Jahre auf die Idee, ein Surfbrett für die Straße zu konstruieren. Sie nahmen ein Holzbrett, schraubten die Rollen und Achsen von Rollschuhen darunter, und fertig war das erste Skateboard der Welt, mit dem sich die Bewegungen des Surfens auf der Straße nachahmen ließen. Es dauerte nicht lange, bis die ersten professionellen Boards auf den Markt kamen. Bereits 1965 fanden im kalifornischen Anaheim die ersten internationalen Skateboardmeisterschaften statt, bei denen es darum ging, möglichst ausgefallene Tricks und Figuren mit dem rollenden Brett vorzuführen.
Hier ein Video der ersten Skateboardmeisterschaften von 1965
Der große Boom kam in den Siebzigern
Der große Boom des Skateboards kam allerdings erst in den 1970er-Jahren. Ausgelöst wurde er durch einen kleinen Surferladen, dem Zephyr Shop in Venice Beach bei Los Angeles, vor dem sich Tag für Tag die Kinder von Dogtown, einem Armenviertel am Meer, versammelten. Die hatten nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag zu skaten und sich immer neue Kunststücke auszudenken. 1972 kamen die ersten Kunststoffrollen mit besseren Haft- und Rolleigenschaften auf den Markt und bald darauf erhielten die Bretter bewegliche Achssystemse, was die Lenkbarkeit deutlich verbesserte. So wurden immer waghalsigere Sprünge und Tricks mit dem Brett möglich.
Skateboards erobern die Straßen
Nachdem Mitte der 1970er-Jahre der Trend Europa erreicht hatte, entstand 1978 in München der erste Skateboardpark. Allerdings währte die Euphorie nicht lange, da Anfang der 1980er-Jahre viele Skater auf die brandneuen Rollerskates umstiegen. Nur eine kleine Schar von eingefleischten Fans blieb der Sportart treu, veranstaltete Wettkämpfe, erfand immer weitere Tricks und eroberte zunehmend den öffentlichen Raum, indem sie Treppen, Geländer, Parkbänke oder Bürgersteige als Hindernisse benutzten. Diese neue Art des „Streetskating“ löste Mitte der 1980er-Jahre erneut einen Boom aus. Parallel dazu etablierte sich Skateboarden endgültig als Wettkampfsport. 1982 fand in Münster der erste „Münster Monster Mastership“ statt, der ab 1989 als offizielle Weltmeisterschaft galt und bis 2005 Jahr für Jahr fast 20 000 Zuschauer anlockte. Momentan ist der Skateboardhype zwar wieder etwas am Abklingen, aber die nächste Welle kommt bestimmt. Und möglicherweise rollt sie dieses Mal auf E-Skateboards an.
Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite Skaten mit Turbo.

