Elektrisch fliegen und fahren – Hybridantrieb für die Formel 1

Auch in der Formel 1 hat das Thema E-Mobilität Fahrt aufgenommen. Bereits im Mai 2008 ging der ehemalige Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring erstmals mit einem Hybrid-Rennwagen an den Start. Dieser hatte neben einem 630 PS starken Benzinmotor einen zuschaltbaren 136-PS-Elektroantrieb. Zwar reichte es noch nicht für einen Spitzenplatz, aber immerhin hat Frentzen den Beweis erbracht, dass Hybrid- und Elektroantriebe auch in der Formel 1 mithalten können.


Dieselelektrische Antriebe bei Eisbrechern und U-Booten

Auch wenn Elektroantriebe in der Schifffahrt bislang nur eine Nebenrolle spielen – bei Eisbrechern und U-Booten sind sie sehr gefragt. Eisbrecher schätzen vor allem das hohe Drehmoment elektrischer Antriebe, das die Schiffsschraube auch gegen große Widerstände rotieren lässt. Den Strom dafür erzeugen Eisbrecher selbst mittels eines Dieselgenerators. Auch die meisten U-Boote fahren mit dieselelektrischem Antrieb. Über Wasser sorgt ein Dieselantrieb für Schub, unter Wasser bringt ein Elektroantrieb das Boot vorwärts, da hier die zur Verbrennung nötige Frischluft fehlt. Den Strom für den E-Motor liefert ein Akku, der bei Überwasserfahrten vom Dieselmotor aufgeladen wird.


Brennstoffzellen in Schiffen und Flugzeugen

Brennstoffzellen erzeugen elektrische Energie durch kalte „Verbrennung“ von Wasserstoff und Sauerstoff. Für den großen Einsatz in der Containerschifffahrt sind Brennstoffzellenantriebe bislang noch zu teuer. Die erste Anwendung in einem Fahrgastschiff gibt es aber schon: Seit Sommer 2008 schippert die „Alsterwasser“ über Hamburgs Alsterkanäle – angetrieben nur von einem 130 PS starken Brennstoffzellenmotor. Auch U-Boote der neuesten Generation nutzen Brennstoffzellenantriebe. Und auch im Flugverkehr könnte die Technologie bald eine Rolle spielen: Im Juli 2009 ging erstmals ein bemanntes, nur mit Brennstoffzellen angetriebenes Flugzeug – die „Antares DLR H2“ – in die Lüfte, um das Verhalten von Brennstoffzellen in großen Höhen zu testen. Auch wenn es bis zur Verwirklichung von Großraum-Flugzeugen mit Brennstoffzellenantrieb noch lange dauern wird – die Wasserstoff-Technologie könnte schon bald dazu beitragen, Sprit zu sparen. Kleine Brennstoffzellenaggregate könnten nämlich in Zukunft für eine zuverlässige Stromversorgung von Passagierjets sorgen und nebenbei Wasser für die Bordtoiletten produzieren. So müsste weniger Wasser getankt werden, was das Gewicht verringern und Sprit sparen würde.


Sportflugzeuge mit E-Motor

Für Hobbypiloten könnte der Traum vom elektrischen Fliegen schon bald Wirklichkeit werden. Ende 2007 haben gleich zwei Hersteller elektrisch angetriebene Sportflugzeuge vorgestellt und erfolgreich getestet. Der Franzose Christian Vandamme flog mit seinem Elektroflieger „Electra“ fast 50 Kilometer weit durch die Lüfte.


Mit Solarstrom um die Welt

Nachdem weltweit bereits einige Ausflugsschiffe mit Solarantrieb im Einsatz sind, entsteht derzeit in Kiel mit der „PlanetSolar“ das größte Solarschiff der Welt. Der riesige Katamaran soll 2010 als erstes Schiff allein mit Sonnenenergie die Welt umrunden. Eine Weltumrundung plant auch der Schweizer Bertrand Piccards für das Jahr 2012 – allerdings an Bord eines Solarflugzeugs. Dieses soll von vier elektrischen Motoren angetrieben werden, die von Tausenden Solarzellen auf der Tragfläche gespeist werden.


Mensch-Hybrid-Motorrad

Sogenannte E-Bikes, Fahrräder mit einem elektrischen Zusatzmotor, haben sich zu echten Verkaufsschlagern entwickelt. Noch einen Schritt weiter geht das Berliner Unternehmen E-Rockit. Es hat ein E-Bike entwickelt, das mit Muskelkraft auf 80 Stundenkilometer beschleunigt werden kann und deshalb als Leichtkraftrad gilt. Je nach Voreinstellung multipliziert das „Human Hybrid Bike“ die Tretkraft des Fahrers mit einem Faktor bis zu 50. Zwei, drei Tritte in die Pedale sollen genügen, um volle Fahrt zu erreichen.
Mehr Infos unter www.erockit.net