Geothermie für zu Hause
Wärmepumpen sind echte Energiesparwunder. Zwar benötigen sie für ihren Betrieb elektrischen Strom. Im Vergleich zur Energiemenge, die sie kostenlos aus der Umwelt beziehen, ist ihr Stromverbrauch aber gering. Kein Wunder, dass sich immer mehr Bauherren und Sanierer für die umweltschonende Technik begeistern. In Deutschland wird mittlerweile jeder vierte Neubau mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Experten glauben, dass wie in der Schweiz, wo der Anteil der Erdwärmeheizungen bei privaten Neubauten bei rund 80 Prozent liegt, Wärmepumpen auch in Deutschland bald zum Standard werden. Auch bei der energetischen Haussanierung sind sie oft erste Wahl. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus, das eine ältere Ölheizung durch eine Wärmepumpenheizung ersetzt, kann dadurch mehr als 2000 Euro Heizkosten sparen. Die Investition von rund 20 000 Euro amortisiert sich so innerhalb von weniger als zehn Jahren. Neben den geringeren Kosten bieten Wärmepumpen viele weitere Vorteile: Sie brauchen weder Schornstein noch Öltank, keine jährliche Abgasmessung und kaum Wartung. Außerdem sind sie lange haltbar, können im Sommer kühlen und schonen Rohstoffressourcen und Umwelt.
Das sollten Sie über Wärmepumpen wissen
Drei Typen von Wärmepumpen
Wärmepumpen unterscheiden sich vor allem in der Wärmequelle, die sie nutzen. Als Wärmequellen kommen sowohl das Grundwasser als auch das Erdreich und die Luft in Frage. Welcher der drei Wärmequellen man den Vorzug gibt, hängt von vielen Faktoren ab – dem eigenen Budget, den geologischen Verhältnissen und dem vorhandenen Platz. Generell gilt: Wärmepumpen, die das Grundwasser oder Erdreich nutzen, sind teurer in der Anschaffung, aber effektiver in der Wärmenutzung. Bei Wärmepumpen, die Luft als Wärmequelle nutzen, ist das Verhältnis umgekehrt. In jedem Fall sollte eine Wärmepumpe, um effizient zu sein, auf die Größe des Hauses, die Wärmedämmung, das Heizungssystem und auch auf die Heizgewohnheiten der Bewohner abgestimmt sein.
Jahresarbeitszahl zeigt Effizienz an
Neben den Anschaffungskosten der Wärmepumpenheizung, die je nach Modell und Eigenleistung zwischen rund 12 000 und 22 000 Euro liegen, spielen insbesondere die Betriebskosten eine Rolle. Und die hängen entscheidend von der sogenannten Jahresarbeitszahl (JAZ) ab. Sie zeigt an, wie gut das Verhältnis von eingesetzter Strommenge zum Wärmeertrag ist. Die Effizienz von Wärmepumpen hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Jahresarbeitszahlen von 3 sind mittlerweile schon bei Luft/Wasser-Wärmepumpen Standard. Damit verursachen sie weniger CO2 als eine Gas-Brennwertheizung. Die durchschnittliche JAZ von Wärmepumpen, die das Erdreich als Energiequelle nutzen, liegt bei rund 4. Ab einer JAZ von 4,5 sparen Wärmepumpenheizungen im Vergleich zu einer Brennwertheizung etwa die Hälfte an CO2.
Geht doch: Wärmepumpe und Heizkörper
Je geringer der Unterschied zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der Temperatur des Heizwassers (Vorlauftemperatur), desto sparsamer lässt sich eine Wärmepumpe betreiben. Ideal für den Betrieb sind Vorlauftemperaturen unter 45 Grad. Allerdings ist dafür nicht zwingend eine Wand- oder Fußbodenheizung nötig. Gerade in Altbauten sind Heizkörper nach einer energetischen Sanierung oft groß genug, um auch mit geringen Vorlauftemperaturen effektiv zu sein. Außerdem gibt es mittlerweile Wärmepumpen, die für höhere Vorlauftemperaturen ausgelegt sind.
Kühlung im Sommer
Der Name lässt es zwar nicht vermuten, aber Wärmepumpen lassen sich auch wunderbar zur Raumkühlung einsetzen. Voraussetzung ist, dass die Temperatur der Wärmequelle merklich unter der Raumtemperatur liegt. Deswegen ist die Kühlfunktion den Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen vorbehalten. Zudem ist eine Raumkühlung nur mit Flächenheizungen möglich, da die geringe Oberfläche von Heizkörpern dafür nicht ausreicht. Um Wärmepumpen um eine Kühlfunktion zu erweitern, sind lediglich ein Wärmetauscher, eine Umwälzpumpe sowie 3-Wege-Ventile erforderlich.
