Premiere: Der OIE Klimaschutzpreis
12 750 Euro Preisgeld, mehr als 30 Gewinner
Umweltschutz fängt im Kleinen an. In der eigenen Gemeinde. Im eigenen Verein. In der eigenen Firma. Um dieses Engagement von Menschen aus unserer Region zu belohnen, hat die OIE 2011 erstmals den OIE Klimaschutzpreis mit einem Gesamtpreisgeld von 12 750 Euro ausgeschrieben. Vier Gewinner zeigen hier beispielhaft, wie lokaler Klimaschutz funktioniert
Vogelfreunde und Bachpaten
Weil Brutnischen an Bäumen oder Gebäuden fehlen, finden Vögel mancherorts kein Quartier für sich und ihren Nachwuchs. Nistkästen sind daher von großer Bedeutung für den Vogelschutz. Doch es ist nicht damit getan, die Häuschen aufzuhängen: Die Kästen müssen regelmäßig gereinigt werden, damit die Vogelbrut nicht von Flöhen, Milben und Zecken befallen wird. Der Naturschutzverein Reichenbach unterhält und pflegt eine Vielzahl solcher Häuschen – und sorgt dafür, dass seltene Vogelarten in unserer Region Zuflucht finden. Doch damit nicht genug: Als Bachpaten halten die Mitglieder auch die Gewässer der Gemeinde sauber. Außerdem organisiert der kleine Verein seit fast 20 Jahren im März einen Umweltschutztag.
Vorweg gehen mit Wärmepumpen
Wärmepumpen heizen besonders klimafreundlich – denn bis zu 75 Prozent der Wärme kommt aus der Natur. Mittlerweile sind in Deutschland rund 400 000 Wärmepumpen in Betrieb, jährlich kommen über 50 000 neue Anlagen hinzu. Zahlen, die auch Pionieren wie Karlheinz Ihli aus Pfeffelbach zu verdanken sind. Als erster zertifizierter Wärmepumpeninstallateur in Rheinland-Pfalz hat der Inhaber von Ihli Bad und Heizung viele Neubauten mit Erdwärme versorgt. Um noch mehr Menschen für den Umweltschutz zu begeistern, lädt er zu kostenlosen Vorträgen ein. Schon zweimal war Journalist und Umweltpreisträger Franz Alt in Pfeffelbach. Natürlich ist auch Ihlis eigenes Firmengebäude energieeffizient – durch umfangreiche Isoliermaßnahmen hat er den Energieverbrauch um 40 Prozent gesenkt.
Engagierte Jugend
Reifen, Dosen, Plastiktüten – was die kleinen und großen Helfer des Umwelttags in Rinzenberg in der Natur finden, erschreckt sie jedes Mal aufs Neue. Seit zehn Jahren organisiert die Jugendvertretung der Gemeinde einen Umwelttag und ruft alle Rinzenberger auf, gemeinsam Müll zu sammeln. Mit Eimern und Müllsäcken starten die Teams am Gemeindehaus und gehen vor allem die Hauptverkehrsstraße B269 ab. Dabei kümmert sich die Jugendvertretung nicht nur um die Gruppeneinteilung und Müllentsorgung, sondern auch um ein gemeinsames Essen nach getaner Arbeit. „Viele umliegende Gemeinden sind unserem Beispiel inzwischen gefolgt und veranstalten nun ebenfalls regelmäßig ,Dreck-weg-Tage‘ “, sagt Ortsbürgermeister Sven Becker nicht ohne Stolz.
Schöner Leben
Oberwörresbach liegt in einer malerischen Landschaft. Die 160-Einwohner-Gemeinde ist eingebettet in ein idyllisches Wiesental, umgeben von drei Höhenzügen. Kein Wunder, dass hier viele Naturliebhaber wohnen. Ein paar von ihnen sind mit besonderer Hingabe um den Ort bemüht: die Mitglieder des Verschönerungsvereins Oberwörresbach. Seit 46 Jahren hegen und pflegen sie die Grünanlagen – und legen neue Erholungsbereiche an. Dafür finanziert der Verein auch den Blumenschmuck in Oberwörresbach. In jedem Frühjahr begutachten die Mitglieder außerdem die Ruhebänke und setzen sie ehrenamtlich in Stand. Auch die kleinen Bewohner des Ortes freuen sich über die Helfer: In diesem Jahr erneuerte der Verschönerungsverein den Zaun am Spielplatz.
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